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Kunsthalle Jesuitenkirche

SCHEISSE UND GOLD – SILENT DISCO DANCE DEMO GEGEN GEWALT

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Zur Eröffnung der Ausstellung SCHEISSE UND GOLD im Rahmen der Museumsnacht initiiert Künstlerin Saskia Reis mit goldenen Masken und improvisierten Bewegungen im Arkadenhof der Kunsthalle Jesuitenkirche eine partizipative Tanz-Demonstration gegen patriarchale und häusliche Gewalt. 

Die Performance bewegt sich zwischen Protest, Tanz und Training: dehnen, lösen, aufrichten, ausweichen, standhalten, weitergehen – und verwandelt den Museumshof in einen offenen Raum kollektiver körperlicher Artikulation. 

Sie erweitert die Ausstellung in Glashaus und Kornhäuschen damit um eine körperliche Ebene: Die Skulptur im Glashaus der Kunsthalle versinnbildlicht kollektive Figur und individuelle Biografie, die Videoarbeiten und Interviews im Kornhäuschen geben erlebter Gewalt Sprache, die Performance gibt ihr Bewegung. In ihr wird der Prozess des Sich-Herausbewegens und des gemeinsamen Handelns deutlich. 

Befreiung ist kein einmaliger Akt, sondern ein wiederholtes Üben: Grenzen spüren, Grenzen setzen, den eigenen Körper zurückerobern, aus Erstarrung in Bewegung kommen. Die Tanz-Demonstration macht Transformation als kollektive Kraft sichtbar und widerspricht der Idee, dass Schweigen Gold sei.

Die goldenen Augenmasken funktionieren mehrdeutig: Sie versinnbildlichen Scham und Schutz – sind aber auch Verweis auf das Wegsehen und Übersehenwerden, die Unsichtbarkeit von Betroffenen als Symbol gesellschaftlicher Blindheit gegenüber Gewalt.

Gold ist hier nicht gemeint als Ästhetisierung oder Veredelung von Gewalt, sondern steht für Überlebenskraft, Widerstand, Wandel, Selbstermächtigung und die Fähigkeit von Menschen, Erfahrungen von Gewalt zu verwandeln in kraftvolle Bewegung, von Verletzung in Handlungsfähigkeit. 

Die Demonstration ist hörbar – aber nicht für alle. So wie Gewalterfahrungen oft präsent sind, ohne gesellschaftlich wirklich gehört zu werden. Statt Zeug*innenenschaft nur über Sprache zu ermöglichen, entsteht eine gemeinsame Bewegung, aus Vereinzelung ein temporäres Wir zwischen Protest, Improvisation, Training und Tanz. Aus einzelnen, sich im Rhythmus bewegenden Körpern wird eine Gemeinschaft, eine öffentliche Praxis des Sichtbarwerdens und der Solidarität.

Besucher*innen sind eingeladen, Kopfhörer aufzusetzen und sich anzuschließen: beobachtend, tanzend oder mithörend. Aus Schweigen wird Bewegung. Aktivität erzeugt Wandel. „Let’s move the patriarchy away.“



 

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