Saskia Reis. Scheiße und Gold
Eine weibliche, mit goldenen Strängen in die häusliche Struktur festgebundene Skulptur sprengt die Decke des Glashauses im Arkadenhof der Kunsthalle Jesuitenkirche. Persönliche Memorabilia geben Hinweise auf Formen familiärer Gewalt. Im Kornhäuschen zeigt die Künstlerin zwei Videoprojektionen: Sie collagiert verschiedene, in Interviews entstandene Aussagen von Betroffenen patriarchaler Gewalt. Die andere Arbeit setzt sich tiefer mit Erinnerungen, Gedanken und Gefühlen einer Frau auseinander, die sich nach vielen Jahren aus einem komplexen Geflecht häuslicher Gewalt befreit. Dieser langwierige Akt ist nur der erste Schritt. Es folgen weitere Kämpfe: Flashbacks, Nachtrennungsgewalt, Jugendämter und Strukturen, die oft nach dem Prinzip „Reden ist Silber…“ funktionieren, während es für Betroffene und Kinder darum geht, aus Scheiße Gold zu machen.
11.07.2026 bis 19.09.2026
