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Kunsthalle Jesuitenkirche

SCHEISSE UND GOLD – UNSER TÄGLICHES BROT

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Der Familientisch ist einer der ersten Orte, an dem Menschen lernen, was als normal gilt. Hier werden Macht, Zugehörigkeit und Widerstand eingeübt. Mit der Intervention UNSER TÄGLICHES BROT eröffnen Saskia Reis und Dr. Angelika Trübswetter ein partizipatives Tischgespräch darüber, welche gesellschaftlichen Zutaten Gewalt nähren, welche Formen von Gewalt täglich mitserviert werden – und welches Miteinander wir stattdessen teilen möchten. 

Reis und Trübswetter decken eine lange Tafel mit Geschirr, Blumen, Wasser und Brot ein, der wie ein sommerlicher Familientisch anmutet und inszenieren einen sozialen Erfahrungsraum, in dem Menschen in Beziehung treten können. Die Ambivalenz des Familientisches als Ort von Fürsorge und Gemeinschaft, aber auch von Kontrolle, Schweigen und Machtkämpfen wird verdeutlicht durch die Verwebung mit Protokollen zu Gewalterfahrungen von Aschaffenburger*innen, die Reis im Vorfeld der Aktion aufzeichnet und die sich in Form von Zitaten auf dem Tisch wiederfinden.

Gemeinsam mit Besucher*innen des Museums, lokalen Akteur*innen und anderen Interessierten findet ein Dialog darüber statt, wie Gewalt schmeckt und welche “Tischkultur” stattdessen herrschen soll. Dadurch entsteht ein Übergang von Analyse hin zu Handlung und Beziehung.