Logo Kulturstadt AschaffenburgKulturstadt Aschaffenburg

Herzlich willkommen bei den Museen der Stadt Aschaffenburg.

Aktuelles

Kurz und bündig informieren wir Sie hier über Neuigkeiten aus unseren Museen.

  • Ein Gemälde und eine ganze Familiengeschichte dahinter…

    Eine willkommene Ergänzung für die Sammlung des Museums jüdischer Geschichte und Kultur stellt das Gemälde vom Haus im Bohlenweg 9 in Aschaffenburg dar. Es illustriert die Geschichte der Aschaffenburger Familie Karp, die als "Mischlinge" in der Zeit des Nationalsozialismus zahlreichen Repressalien ausgesetzt war.

    Erich Wesselow zog laut Meldekartei im August 1949 in das Haus im Bohlenweg 9. Das Gemälde entstand vermutlich noch in diesem Monat, worauf die blühenden Blumen und Stangenbohnen deuten. In der Villa wohnte bereits die Zahnarztfamilie Karp zur Miete. Erich Wesselow und Tochter Thea Karp heirateten 1952 und wanderten noch im gleichen Jahr nach Kanada aus. In den Aschaffenburger Adressbüchern wird Erich Wesselow nicht nur als Porträtmaler geführt, sondern auch als Personalchef der Britischen Militärregierung. In Kanada machte er Karriere als Künstler und wurde Mitglied der Royal Canadian Academy und Präsident der Quebec Society for Education through Art. In seinem Wohnort Châteauguay in der Provinz Québec ist ein Saal im Rathaus nach ihm benannt.

    Zu Familie Karp:

    Werner Karp (* 1888) war Zahnarzt und entstammte der berühmten jüdischen Berliner Künstlerfamilie Hollaender. 1928 war er mit seiner Frau Feodora (* 1896) und den beiden Töchtern Thea (* 1921) und Christa Maria (* 1923) nach Aschaffenburg gezogen, wo er eine Praxis aufbaute. Da ihn die Nationalsozialisten als „Mischling I. Grades“ einstuften und seine Töchter als „Mischlinge II. Grades“, war die Familie zahlreichen Repressalien ausgesetzt. Werner Karp musste schließlich seine Zahnarztpraxis schließen und wurde als Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft eingesetzt. Die Familie überstand die Zeit, wohingegen die Berliner Familie nahezu vollständig in Konzentrationslagern ermordet wurde.

    Werner Karp konnte 1945 seine Zahnarztpraxis wiedereröffnen und war von da an sehr um den kulturellen Wiederaufbau der Stadt Aschaffenburg bemüht, besonders um das Theater: Er war tatkräftiges Mitglied im Kultur-Komitee und in der Gesellschaft der Theater- und Musikfreunde aktiv. Er verstarb im September 1946 bei einem Autounfall.

    Seinen beiden Töchter hatte er auch in schwierigen Zeiten eine Ausbildung ermöglicht: Thea als medizinisch-technische Assistentin und Christa Maria als Schauspielerin. Als „Christamaria Carp“ feierte die junge Frau bereits 1946 ihre ersten Erfolge in verschiedenen Rollen am neu eröffneten Aschaffenburger Theater. Mit ihrem zweiten Ehemann Werner Baumgarten lebte sie später bei Karlsruhe, wo sie Theaterkurse bei der VHS und die Laientheatergruppe „Lampenfieber“ leitete. Sie verstarb 2017 und aus ihrem Nachlass stammt das Gemälde und zahlreiche Fotos und Unterlagen, die über Ebay erworben werden konnten und die Lebensgeschichte der Familie Karp preisgaben.

    Das Gemälde wird nun im Museum Jüdischer Geschichte und Kultur ausgestellt.

    zum Museum Jüdischer Geschichte und Kultur

    Erich Wesselow (1911 Marienburg / Malbork, Polen - 1998 Montreal, Kanada), Ansicht Haus Bohlenweg 9 Aschaffenburg, Öl auf Pappe, 1949 , Museen der Stadt Aschaffenburg (Inv.-Nr. MSA 477/2017)

  • Archäologie am Main - Sammeln und Forschen seit über 150 Jahren

    Die Sammlung des Aschaffenburger Stiftsmuseums existiert seit 1854 und ist damit eine der Ältesten in Deutschland. Ursprünglich entstand sie aus dem Bemühen, die archäologischen Funde aus der Region zu erforschen und für die Nachwelt zu bewahren.

    Erstmals liegt nun ein Band vor, der diese alten Fundbestände zusammen mit den jüngsten Grabungsfunden aus Aschaffenburg vorstellt. Er füllt damit eine seit Jahrzehnten bestehende Lücke in der Vorgeschichtsforschung für die Region am bayerischen Untermain.

    Markus Marquart: Beiträge zur Vorgeschichte des Aschaffenburger Landes vor dem Spiegel der Sammlungen des Aschaffenburger Stiftsmuseums. Aschaffenburger Jahrbuch 66 (2017), Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V.
    ISBN 978-3-87965-129-0

    Zu beziehen über:
    Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e. V.
    Schönborner Hof
    Wermbachstr. 15
    63739 Aschaffenburg
    www.geschichtsverein-aschaffenburg.de oder Buchhandlungen in Aschaffenburg

    Flyer zur Publikation (PDF 348,82 KB)

  • Preiswürdig

    Am 29. Juni 2017 wurde er im Rahmen des Bayerischen Museumstags in Schwabach verliehen: der Förderpreis der Bayerischen Sparkassenstiftung „Vermittlung im Museum“. Die Museen der Stadt Aschaffenburg haben einen der beiden Nebenpreise (dotiert mit jeweils 5.000 €) für ihre museumspädagogische Projektidee im Christian Schad Museum erhalten. Entwickelt wurde der „Schadomat“ (Arbeitstitel) von Anja Lippert (Museen der Stadt Aschaffenburg), Ina Paulus vom Führungsnetz Aschaffenburg und den beiden Kunstlehrern Sabina Grzywacz und Bernd Dörig.

    Wir freuen uns, dass wir für das Christian Schad Museum ein Projekt umsetzen können, das den großen und kleinen Besucherinnen und Besuchern ganz praktisch die Fotogramme von Christian Schad näher bringen soll. Geplant ist, dass diese selbst ihre Schadographien entwickeln und direkt mit nach Haus nehmen können.

    In der Pressemitteilung der Bayerischen Sparkassenstiftung ist zu lesen: „Die Tatsache, dass hier Besucher experimentieren und kreativ sein können, bewog die Jurymitglieder zur Preisvergabe. Die Jury sieht in dieser Station auch ein großes Potenzial für die Umsetzung von barrierefreien Aspekten.“

    Zur Pressemitteilung der Bayerischen Sparkassenstiftung

    Bei der Preisverleihung des Förderpreises „Vermittlung im Museum“ (Nebenpreis). Foto: Gert Klaus

  • Post aus Aschaffenburg

    Erfahren Sie rechtzeitig alles Wissenswerte über unsere Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen. Mit unserem vierteljährlich erscheinenden Newsletter können wir Sie auf dem Laufenden halten.

    Alle Informationen zum Newsletter