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Kunsthalle Jesuitenkirche

Ausstellungen der letzten Monate und Jahre

  • Julian Schnabel - Palimpsest. Graphik ganz gross. Das graphische Werk von 1983 bis 2017

    25.03.2017 bis 11.06.2017​

    Julian Schnabel gilt als ein Multitalent und Shootingstar der Kunstszene. 1981 war er der jüngste Künstler, der seine Kunst neben Pablo Picasso, Francis Bacon, Gerhard Richter, Georg Baselitz, Sigmar Polke und Markus Lüpertz an der Royal Academy in London ausstellte. Als einer der gefragtesten Künstler in den USA, zählt Schnabel neben Jean-Michel Basquiat und Keith Haring zu den Hauptvertretern des amerikanischen Neo-Expressionismus´.

    Der Ausstellungstitel „Palimpsest“ verwies auf den Vorgang des Wiederbeschreibens von zuvor gereinigten Manuskriptseiten, ein in der Antike übliches Verfahren. Julian Schnabel ist ein Visionär, der stetig – in Anlehnung an seine Gemälde – überraschende Drucktechniken und Materialien ausprobiert. Seine Radierungen, Collagen und Lithographien finden sich auf den  unterschiedlichsten Trägermaterialien gedruckt: auf Samtstoff genauso wie auf Weltkarten. Er bearbeitet die Bilder mehrfach digital, zieht Ausschnitte groß auf, bemalt oder beschreibt sie wieder, verschiebt nochmal die Schichten und Schnipsel, ist am Schneidetisch gleichzeitig Maler und in gewisser Weise auch Regisseur. In Frankfurt am Main hängt im Foyer des Opernturms sein riesiges Gemälde „Ahab“.

    Der Folder zur Ausstellung (PDF 1,04 MB)

    Julian Schnabel, Ohne Titel (Ritterburg) aus der Serie „Rheinromantik“, 2016, Pigmentdruck auf Faserpapier, kaschiert auf Karton, 106,8 x 80 cm, Courtesy Geuer & Geuer Art GmbH Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Julian Schnabel Studio

  • A. R. Penck

    26.11.2016 bis 05.03.2017

    Der am 2. Mai 2017 verstorbene Maler, Grafiker und Bildhauer A. R. Penck „Meister der Strichmännchen“ wurde 1939 in Dresden als Ralf Winkler geboren. Er verwies mit seinem Künstlernamen auf den Eiszeitforscher und Geologen Albrecht Penck (1885–1945). Das mag mit dem naturwissenschaftlichen Anspruch zusammenhängen, den auch der Künstler Penck an seine Arbeit hatte. Oberflächlich betrachtet, erinnern seine Werke an prähistorische Höhlenmalerei und primitivistische Zeichen, doch zugleich reflektiert er in ihnen Mathematik, Kybernetik und Mechanik. Kunst war für Penck weit mehr als nur ein schönes Bild. Seinen internationalen Durchbruch erfuhr der Künstler durch die Teilnahme an der Documenta 1972. Penck selbst wurde von Seiten der DDR-Behörden die Reise nach Kassel verwehrt. Später schmuggelte er seine Bilder als Geschenkpakete getarnt in den Westen.

    Nach seiner Ausbürgerung 1980 setzte Penck seine großen Historienbilder fort, die er bereits seit den 60er Jahren mit den ersten „Weltbildern“ entwickelt hatte. In der Kunsthalle Jesuitenkirche wurden wichtige
    Stationen seines künstlerischen Schaffens gezeigt, in dem er seit seinen Anfängen immer wieder die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft auslotete. Bis zu seinem Tod lebte Penck zurückgezogen in Irland.

    Der Folder zur Ausstellung (PDF 1,22 MB)

    A. R. Penck, Jäger III, 1994, Siebdruck, 81 x 110 cm, Courtesy Galerie Breckner, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Norbert Faehling

  • Wladimir Nemuchin - unangepasst und vielschichtig

    30.07.2016 bis 01.11.2016

    Der Moskauer Künstler Nemuchin (1925-2016) gilt als einer der führenden Köpfe der sogenannten Nonkonformisten, die aufgrund ihrer Hinwendung zur Abstraktion als zu „westlich“ von der offiziellen sowjetischen Kulturpolitik noch bis in die achtziger Jahre diskreditiert wurden. Nemuchins Werk zeichnet sich durch eine abstrakt-figürliche Darstellungsweise aus. Großen Einfluss hatte unter anderem das Werk Pablo Picassos auf ihn. Wie auch Picasso beweist Nemuchin ein breites Spektrum virtuos beherrschter Techniken, mit denen er spielerisch umgeht, ja, seit 1965 taucht die Spielkarte als Versatzstück in seinen Werken immer wieder auf.

    Mit Acryl, Tempera und Gouache ergänzte Collagen bis hin zu Porträts auf Leinwand, Papier und Karton, Zeichnungen, Prints und Druckgrafiken, teils bewegliche Plastiken und Skulpturen aus Holz, Porzellan und Bronze, Buchgestaltungen, Tee- und Kaffeeservices hinterlässt der im April 2016 verstorbene Künstler ein außergewöhnliches künstlerisches Werk, das erstmals als Retrospektive in Deutschland – posthum – gezeigt wurde. 

    Die Ausstellung wurde begleitet von einem Katalog mit vielen Abbildungen zum Preis von 19,80 Euro.

    Der Folder zur Ausstellung (PDF 4,12 MB)

    Wladimir Nemuchin, Bube Majakowski, 2010, Acryl, Collage, Leinwand, 71 x 53,5 cm, Privatsammlung Frankfurt, © Wladimir Nemuchin, Foto: privat (Ausschnitt)

  • Neue Arbeiten im Fokus - Gruppe Aschaffenburger Künstler

    10. Juni – 10. Juli 2016

    Die Ausstellung war eingebunden in die Kulturtage 2016 unter dem Motto "Lust auf Wandel".

    So sollen nicht nur neue Arbeiten allseits in der Region bekannter Künstlerinnen und Künstler präsentiert werden, sondern der Blick auch für junge, neue künstlerische Positionen geschärft werden. Die Ausstellung wollte einen großen Teil des Spektrums künstlerischer Standpunkte in dieser Region einem breiten Publikum zugänglich machen.

    Mit dieser Ausstellung waren regionale Künstler erstmalig seit 2003 wieder zu Gast in der Kunsthalle Jesuitenkirche. Auch für die Jahre 2018 und 2020 sind aufgrund des wiederholten Wunsches aus der Künstlerschaft zwei weitere Präsentationen in Planung. Zu Beginn des Jahres befand eine mehrköpfige Jury über die Auswahl der Werke, die zu einer Ausstellung zusammengeführt wurden.

  • Die Malweiber von Paris - Deutsche Künstlerinnen im Aufbruch

    20. Februar – 29. Mai 2016

    Man fand sie unerhört und nannte sie verächtlich „Malweiber“. Im erzkonservativen deutschen Kaiserreich galt es als unanständig, wenn Frauen künstlerischen, sprich professionellen Ehrgeiz entwickelten¬ – an den Kunstakademien waren sie nicht zugelassen. Für alle, die es ernst mit der Kunst meinten, gab es um 1900 nur ein leuchtendes Ziel: Paris.

    Das Quartier Montparnasse war damals ein Mikrokosmos, dessen quirliges und kosmopolitisches Ambiente das Künstlerleben leichter machte – insbesondere für Frauen bedeutete Paris eine noch nie dagewesene künstlerische wie persönliche Freiheit. 

    Auch Paula Modersohn-Becker wollte  – wie auch andere Künstlerinnen aus Worpswede – daran teilhaben. Sie war begeistert, dem regulären Anatomiekurs der renommierten Ecole des Beaux-Arts beiwohnen zu können. Am Abend traf man sich in der Académie Colarossi zum Aktzeichnen. Ein Skandal für bürgerliche Sittenhüter. Inspirierend war für die Frauen auch der Besuch der 1908 gegründeten Privatschule von Henri Matisse (1869 – 1954). Schon damals ein großer Name der Kunstwelt, waren ihm plumpe Imitationen seines eigenen Stils ein Graus. Seine Schützlinge sollten zu einer persönlichen Ausdrucksform finden.

    Die Ausstellung wurde begleitet von einem Katalog mit vielen Abbildungen zum Preis von 19,80 €.

  • Getrennte Welten - Formen des Eigensinns. Deutsche Kunst in Ost und West vor der Wende

    26. September 2015 - 31. Januar 2016

    Noch nach 25 Jahren deutsch-deutscher Trennung weist die Rezeptionsgeschichte eine Fülle von Klischees auf. Beide scheinbar so getrennt voneinander agierenden Kunstwelten standen sich bei näherer Betrachtung nicht so diametral gegenüber wie es die beiden unterschiedlichen politischen Systeme vermuten lassen. In beiden deutschen Staaten gab es beispielsweise Künstlergruppen, wie „Clara Mosch“ in Chemnitz und „Kollektiv Herzogstraße“ in München, die durch ihre nur ihrem künstlerischen Impetus verpflichtete Aktionskunst von sich reden machten. In der Ausstellung wurden ausgewählte künstlerische Positionen des Eigensinns in Ost und West gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zu zeigen. Die Ausstellung spannte den Bogen über die gesamte Zeitspanne von 1945 bis zur Wende.

    Arno Rink, Nacht der Gaukler, 1988/89, Öl auf Hartfaser, 149 x 124 cm, Slg. Hurrle Durbach, Foto: Stephan Hund, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

  • Bittersüße Zeiten - BAROCK und GEGENWART. Werke aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

    9. Mai - 6. September 2015

    Daniel Koninck trifft auf Norbert Bisky, Jim Butler und Moritz Schleime gegegnen Pieter Verelst. Jan Miense Malenaer lädt mit Daniel Richter zum Tanz, und Egbert van Heemscerck diskutiert mit Neo Rauch über das Thema "Arbeit". Wenn das flämische Barock aus dem 17. Jahrhundert mit zeitgenössischen Künstlern in einem Raum hängt, scheinen die Gegensätze vermeintlich nicht größer sein zu können. Doch die Gemeinsamkeiten sind häufig stärker als die Unterschiede.

    Werke, die annähernd 400 Jahre zu trennen scheinen, treten in einen außergewöhnlichen Dialog. In fast 30 Werken aus dem holländischen und flämischen Barock und einer umfangreichen Auswahl zeitgenössischer Werken von international bekannten Künstlern der Gegenwart verfolgt die Ausstellung die wichtigsten Stationen des menschlichen Lebensweges von der Kindheit bis zum Totenbett.

    Oda Jaune, o. T. (Maske), 2009 (Ausschnitt), Wasserfarben auf Papier, 45 x 35 cm, © Oda Jaune, (rechts) Jacob Adriaensz. Backer, Porträt einer Frau mit schwarzem Schleier, 1650/51 (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, 69 x 60 cm

  • Werner Tübke - Michael Triegel. Zwei Meister aus Leipzig

    24. Januar - 19. April 2015

    Erstmalig vereinte die Kunsthalle Jesuitenkirche in einer Ausstellung Hauptwerke der beiden Leipziger Künstler Werner Tübke (1929 – 2004) und Michael Triegel (* 1968). Mit einer umfangreichen Auswahl an Gemälden wurden die markantesten Stufen aller Schaffensperioden beider Maler präsentiert. Darunter befanden sich zahlreiche Leihgaben aus wichtigen deutschen Museen, die jahrelang der Öffentlichkeit nicht zugänglich gewesen waren.
     
    Werner Tübke, einer der Gründerväter der Leipziger Schule, und Michael Triegel, einer der führenden Vertreter der Neuen Leipziger Schule, eint neben ihrer offensichtlichen handwerklichen Meisterschaft vor allem eine lebendige Lust am Fabulieren. Beide Künstler kreieren Bildwelten, in denen Versatzstücke der antiken Mythologie, der biblischen Heilsgeschichte und des kunst- und kulturhistorischen Fundus von Dante bis Bronzino aufgegriffen, neu kombiniert und interpretiert werden. Im Gewand einer vermeintlichen Altmeisterlichkeit verdichten sich dabei die Bildinhalte und offenbaren ihre Zeitgenossenschaft, ja ihre „radikale Modernität“, so Eduard Beaucamp.

    Michael Triegel absolvierte sein Studium der Malerei an der renommierten Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Arno Rink und Ulrich Hachulla. Bekannt geworden ist Triegel unter anderem durch eine Reihe kirchlicher Aufträge, wie den Altar für die Kirche zu Dettelbach 2011, dem viel besprochenen offiziellen Porträt von Papst Benedikt XVI. und dem zuletzt ausgeführten Porträt des bereits im 19. Jahrhundert verstorbenen Heiligen Vincenzo Pallotti.

    Werner Tübkes Lebenswerk, das in langjähriger mühevoller Arbeit geschaffene Monumentalgemälde Frühbürgerliche Revolution in Deutschland im thüringischen Bad Frankenhausen, bringt ihm bis heute weltweite Anerkennung und den Rang eines virtuosen Ausnahmekünstlers.

    Ein Katalog mit eindrucksvollem Bildteil und Beiträgen namhafter Autoren zur Ausstellung ist erhältlich.

    Michael riegel, Schlafende Ariadne, 2010 (Ausschnitt), Mischtechnik auf Leinwand, 130 x 90 cm, Privatbesitz Leipzig, © VG Bild-Kunst, 2015

  • Der Erste Weltkrieg im Spiegel expressiver Kunst

    27. September 2014 - 11. Januar 2015

    Zum 100. Mal jährte sich 2014 der Beginn des Ersten Weltkriegs. Auch deutsche Künstler zogen anfangs freiwillig und optimistisch für eine neue bessere Welt an die Front.
    Die Ernüchterung griff immer weiter um sich, als mit Macke, Marc und Morgner drei Vertreter der Begründer der klassischen Moderne ihren Einsatz mit dem Leben bezahlten. Eine Vielzahl anderer Künstler hielt jedoch mit den Stilmitteln der Moderne, speziell einer expressiven Formensprache, gemachte Erfahrungen fest. In Ihrer Fülle und Qualität sind sie bis heute kaum bekannt.
    Hinzu kommen Aufarbeitungen der 1920er Jahre und Vergegenwärtigungen zur NS-Zeit als Warnung vor einem 2. Weltkrieg. In Deutschland sah man die kritische Auseinandersetzung mit dem Kriegsgrauen von Anfang an als Wehrkraftzersetzung an, speziell die Nazis sahen in diesen Darstellungen „entartete Kunst“.

    Willy Jaeckel, Kampf im Schützengraben, um 1914/16, Tusche, 43,8 x 41 cm, Nachlass Willy Jaeckel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

  • LebensRäume. Adalbert Hock - Retrospektive

    18. Mai – 7. September 2014

    Das umfangreiche Werk des Malers Adalbert Hock (1866 - 1949) wurde in einer Retrospektive vorgestellt, die erstmals auch sein unbekanntes,  gleichwohl sehr qualitätvolles Frühwerk der Jahre  zwischen etwa 1890 und 1910 einbezieht. In diesem Zeitraum orientierte sich Hock in seinen  Gemälden am Stil der Münchener Malerschule, aber auch an der Salonmalerei des ausgehenden Jahrhunderts. Nach dem Akademie-Studium in  München kehrte Hock in seinen Geburtsort Aschaffenburg zurück, wo er ein begehrter Auftragsmaler des Bürgertums wurde. Er blieb bis zu seinem Tod sowohl biographisch als auch künstlerisch aufs engste mit seiner Heimatstadt  verbunden. Davon zeugen die zahlreichen, in Privat- und Museumsbesitz noch erhaltenen Ansichten seiner Heimatstadt und ihrer  Umgebung. Aus Anlass der Kulturtage zum 400-jährigen Schlossjubiläum wurde eine Auswahl an Hock-Gemälden und -Aquarellen, auch das  majestätische, über dem Main sich erhebende Schloss Johannisburg, zum Thema gemacht.

    Adalbert Hock, Liegender Knabe, 1894 (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, 55 x 125 cm, Dauerleihgabe der Schlaraffia Asciburgia e.V. an die Museen der Stadt Aschaffenburg

  • Jochen Hein - Die Natur des Menschen

    Der Ausstellungstitel spielt auf den großformatigen Portraitzyklus dieser malerisch suggestiven Werkschau an. Jochen Hein sieht sich in der Tradition der Alten Meister, er möchte sich nicht einem künstlerischen Zeitgeist unterordnen und damit begrenzen, kategorisierbar sein. „Ich möchte etwas festhalten, die Zeit anhalten.“ Insbesondere Vertreter der Renaissance scheinen dem 1960 in Husum Geborenen bei den Portraits künstlerisch Pate gestanden zu haben: Dürer, Leonardo, Memling und da Messina sind nur einige der großen Ahnherren, die aus seinen Werken zu sprechen scheinen. Landschaftsdarstellungen, manchmal malerisch atmosphärisch, mal in bildbestimmenden Ausschnitten in geradezu photographischer Brillanz, waren vor allem das Thema der künstlerischen Anfangsjahre. Daraus entwickelte sich ab dem Jahr 2003 eine intensive Beschäftigung mit dem maritimen Motiv des Seestücks, womit Hein sich in der Tradition der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts weiß. Das dreiteilige, die gewaltigen Maße von 1,45 x 5,40 Meter aufweisende Gemälde „Nordsee“ interpretierte die Apsis der Kunsthalle Jesuitenkirche gänzlich neu.

  • Eiskalte Emotionen - Werke aus der Sammlung Frank Brabant zwischen Expressionismus und Verismus

    28. September 2013 - 26. Janaur 2014

    Den expressiven Farbenrausch auf der einen Seite, der unterkühlte, gesellschaftskritisch geprägte neusachliche Stil auf der anderen Seite - beide Darstellungsformen schienen sich diametral gegenüberzustehen und deuteten doch die gestalterische Vielfalt der ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts an.

    In dieser Ausstellung wurden Expression und Kalkül miteinander konfrontiert. Dem Betrachter wurde dadurch - einem Sittengemälde gleich - das Eintauchen in das Lebensgefühl zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ermöglicht. Und noch etwas wurde deutlich durch ausgewählte Werke aus der Sammlung Frank Brabant: Es gab viele expressionistische Maler, wie Otto Dix, George Grosz oder Rudolf Schlichter, die sich später einer zunehmend realistischeren Formensprache bedienten: die Übergänge sind fließend, die expressive Erfahrungswelt oft noch spürbar.

    Zwei große Namen beider Stilrichtungen sind eng mit Aschaffenburg verbunden und auch Teil der Sammlung Brabant: Ernst Ludwig Kirchner und Christian Schad. Um Sie herum entfaltete sich ein einzigartiges Kaleidoskop "Eiskalter Emotionen".

    Ulrich Neujahr, Tatjana Magid-Riester, 1928, Öl auf Leinwand, 80,5 x 66,5 cm, (c) Ulrich Neujahr und Erben

  • Metamorphosen. Leo Grewenig - Retrospektive eines Malerlebens. Bilder von 1916 - 1988

    22. Juni - 8. September 2013

    Zu Unrecht ist Leo Grewenig (1898-1991) über Jahrzehnte kaum vom Kunstbetrieb rezipiert worden. Man begegnet einem Œuvre, das seine Wurzeln im Bauhaus in Weimar hat, wo Grewenig von Moholy-Nagy, Albers, Kandinsky und Klee unterrichtet wurde.

    Die Zeit seiner größten künstlerischen Entfaltung setzte erst in den späten fünfziger Jahren ein. Es entstand ein weitgehend abstraktes Werk, das die Anfänge am Bauhaus ebenso reflektiert wie spätere Strömungen der europäischen Kunstgeschichte des 20. Jhs. Charakteristisch für das Werk Leo Grewenigs sind konsequent aus formalen Überlegungen entwickelte, kleinteilige Kompositionen, die sich einer größeren Umrissfigur unterordnen. 

    Die Farben sind überwiegend gedämpft und mit ornamentalen Strukturen belebt und entfalten eine märchenhafte Wirkung.

    Metamorphose, 1979, Öl auf Spanholzplatte, 78 x 100 cm, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz Saarlandmuseum.Museum Saarbrücken © Nachlass Leo Grewenig

  • AFFENTHEATER - Jörg Immendorff Gemälde und Plastiken

    23. März - 9. Juni 2013

    Mit dieser Ausstellung ehrte die Kunsthalle Jesuitenkirche einen der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. In 71 Werken, darunter 33 Gemälde, 30 Skulpturen, 2 Objekte und 6 Arbeiten auf Papier, konnte sich der Besucher einem eindrucksvollen künstlerischen Lebenswerk annähern, zu dem – zu Lebzeiten des Künstlers – nahezu untrennbar seine medienwirksame Selbstinszenierung gehörte. Immer wieder taucht in seinen Werken als „Alter Ego“ der Affe auf, der deshalb auch namensgebend für die umfangreiche Präsentation wurde: „Affentheater“. 

    In den späten 60er Jahren machte er durch neodadaistische Aktionen Furore. Er malte – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Malern, die sich nach 1945 der gegenstandslosen Kunst zuwandten – schon früh, Anfang der 70er Jahre, gegenständliche Bilder mit politisch-gesellschaftskritischen Inhalten. Schließlich wurde Immendorff zum Vertreter einer neuen Historienmalerei in Deutschland. In gemeinsamen Arbeiten mit dem damals noch in der DDR lebenden Künstler A.R. Penck begann er 1976 die deutsch-deutsche Frage zu thematisieren.

    Bekannt wurde Immendorff vor allem durch eine Serie von 16 großformatigen Bildern, die „Café Deutschland“ betitelt sind. Die figurenreichen Szenen spielen sich auf einem bühnenartigen Raum ab und wurden von Renato Guttusos „Caffè greco“ inspiriert. Als Vorbild für die Räume in den „Café Deutschland“-Bildern diente die Düsseldorfer Diskothek „Revolution“, deren fiktive politische und kulturelle Gäste den damaligen Ost-West-Konflikt symbolisieren.

    1989 erhielt er eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main, ab 1996 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Neben seinen Bildern schuf Immendorff auch expressive Plastiken. Außerdem porträtierte Immendorff Gerhard Schröder für die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt und illustrierte die BILD-Bibel, die deren Chefredakteur Kai Diekmann 2006 auf der Leipziger Buchmesse präsentierte.

    Am 28. Mai 2007 erlag Jörg Immendorff (geb. 1945) der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), einer tödlichen Nervenkrankheit, an der er seit 1997 litt.

    Jörg Immendorff, Café Deutschland, Heuler, 1992, Mischtechnik auf Linolschnitt auf Leinwand, 120 x 170 cm, Privatbesitz, © Jörg Immendorff

  • Phantastische Welten - Vom Surrealismus zum Neosymbolismus

    André Breton, der Gründer des Surrealismus, beschwor 1924 die „Allmacht des Traumes“ und die Freisetzung des Unterbewusstseins als wegweisend für eine neue Kunst. Die Ausstellung mit Werken aus der Sammlung Axel Hinrich Murken zeigte, dass Künstler dreier Generationen sich seitdem immer wieder mit dem Imaginären und Surrealen beschäftigten und mit traumhaften Bildwelten an tiefer liegende Bewusstseinsschichten des Menschen appellierten. Irreale Bildräume, fragmentierte Körper, aberwitzige Visionen von fliegenden Tieren und halb menschlichen Mischwesen beherrschen die phantastische Malerei des 20. Jahrhunderts und damit auch die Bildwelt der in der Ausstellung zusammengeführten neun Maler. 
    In unterschiedlichen stilistischen Ausprägungen – altmeisterlich oder expressiv, neusachlich oder 
    poppig – wecken die Bilder von Künstlern wie Roland Delcol, Georges Spiro oder Uwe Lausen die Sehnsüchte und Träume des Betrachters und verführen ihn in phantastische Welten jenseits des Alltags.

    Gezeigt wurden Bilder der neun Maler:

    Edgar Ende (1901-1965)
    Georges Spiro (1909-1984)
    Karl Heidelbach (1923-1993)
    Uwe Lausen (1941-1970)
    Roland Delcol (*1942)
    Edi Brancolini (*1946)
    Peter Bömmels (*1951)
    Christine Weber (*1963)
    Frank Jakob Esser (*1970)

    Edi Brancolini, Simbiosi, 2009, Öl auf Hartfaserplatte, 90 x 70 cm © Edi Brancolini

  • Moderne am Pranger -Die NS-Aktion "Entartete Kunst" vor 75 Jahren - Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider

    20. Juli - 11. November 2012

    Die Kunsthalle Jesuitenkirche nahm den 75. Jahrestag der Feme-Ausstellung „Entartete Kunst“ in München (Eröffnung: 19. Juli 1937) zum Anlass, eine Auswahl von ca. 150 Kunstwerken aus der Sammlung Gerhard Schneider zu zeigen. Die Werke aus dieser Spezialsammlung zur verfemten Kunst und die hinter diesen stehenden Künstlerschicksale erinnern eindringlich an die von Intoleranz und Verfolgung geprägte Kunstpolitik der Nationalsozialisten – sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der zentralen Münchener Diffamierungsschau in den Hofgarten-Arkaden sowie mit weiteren Feme-Ausstellungen der Jahre 1933 bis 1941. Bei groß angelegten „Säuberungen“ in den Museen beschlagnahmten die Nationalsozialisten über 20.000 Kunstwerke von ca. 1.600 Künstlern und Künstlerinnen (eine Auflistung aller Namen nach dem aktuellen Forschungsstand wird dem Anhang des begleitenden Ausstellungskataloges zu entnehmen sein). Auf der Münchener Ausstellung wurden über 120 von ihnen mit über 700 Exponaten an den öffentlichen Pranger gestellt. Diese Zahl verrät bereits, dass es bei der Aktion nicht allein um bereits bekannte Namen ging: vielmehr war dem Regime an der Diffamierung fast zweier ganzer Künstlergenerationen gelegen.  

    Diskriminierende, polemisch-aggressive Wandbeschriftungen appellierten an schon vorhandene Aversionen gegen die Moderne und schürten unter dem NS-Schlagwort der „jüdisch-bolschewistische Entartung“ zugleich antisemitische und anti-kommunistische Vorurteile. 

    In der Ausstellung konnten 68 der in München verfemten Künstler/Innen mit ihren vor 1937 entstandenen Werken vorgestellt werden. Darüber hinaus waren in der Sammlung etwa 400 der rund 1.600 von den beiden Beschlagnahmeaktionen 1937 betroffenen Künstler/Innen mit beispielhaften Werken vertreten. Auf Basis dieses Bestandes und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse konnte ein weit reichender Überblick über die national-sozialistische Diffamierungskampagne gewonnen werden.  

    Die Präsentation „Moderne am Pranger“ hat vor allem anhand herausragender druckgrafischer Arbeiten dem durch die NS-Aktion verursachten ungeheuren menschlichen und kulturellen Verlust Rechnung getragen.  

    Die Kunsthalle Jesuitenkirche widmete sich in dieser im Jahr 2012 bundesweit einmaligen Form der Erinnerung an die NS-Aktion „Entartete Kunst“. 

    Heinrich Maria Davringhausen, Frau mit Vorhang, um 1927, Tempera, 59 x 45 cm, Sammmlung Gerhard Schneider

  • Zähne und Krallen - Justine Otto

    28. April - 8. Juli 2012

    Seit einigen Jahren macht Justine Otto (*1974) in der zeitgenössischen Kunstszene auf sich aufmerksam. Ihre virtuos gemalten, großformatigen Bilder sind unverwechselbar: Sie verraten nicht nur die überschäumende Phantasie der Künstlerin, sondern spiegeln auch ihre Suche nach dem Abgründigen, das
    hinter der unschuldigen Fassade bürgerlicher Existenz lauert. Immer wieder treffen die Vertreterinnen unserer scheinbar zivilisierten Welt auf ungezähmte Natur und entblößen in dieser Konfrontation ihren animalischen Kern und ihr Potenzial zur Grausamkeit. 

    Die Visionen Justine Ottos machen neugierig und schockieren gerade durch die Mischung von Schönheit und subtilem Horror; sie berühren direkt und emotional. Die Ausstellung Zähne und Krallen ermöglichte dem Besucher die spannende Begegnung mit einer wichtigen Position aktueller Malerei.

    "In der Härte ihrer Bilder, in deren Unerbittlichkeit, schafft Justine Otto eine Realität, die weder überzogen noch pathetisch ist, sondern kalt den Nerv einer Gegenwart trifft, in der Gegensätze entweder eingeebnet sind oder explodieren." (Jean-Christophe Ammann, Das weibliche Territorium der Justine Otto, 2011)

    zähne und klauen, 2008, Öl auf Leinwand, Sammlung Hense, Bochum © Justine Otto

  • Reiselust und Sinnesfreude: Corinth - Liebermann - Slevogt

    21. Januar - 9. April 2012

    Als „Dreigestirn des deutschen Impressionismus“ sind Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt in die Kunstgeschichte eingegangen. Die drei Maler waren die treibenden Kräfte der Berliner Secession und revolutionierten die Kunst zur Zeit des Kaiserreiches. Ausgehend von der neuesten französischen Malerei fanden sie zu einer Freiheit des Pinselstrichs und atmosphärischen Lichtwirkungen, die kennzeichnend für den Impressionismus sind.

    Dabei entwickelte jeder der drei einen ganz persönlichen Stil: Max Liebermanns (1847–1935) lichtdurchflutete Landschaften und prägnante Menschendarstellungen sind von seinen Reisen nach Holland geprägt. Der mehr als zehn Jahre jüngere Lovis Corinth (1858–1925) zeigte sich noch ungebändigter: Sein äußerst pastoser Farbauftrag und der expressive Pinselstrich lassen in seinen Akten, Stillleben und Landschaftsbildern die berstende Energie des Malprozesses spüren. Max Slevogt (1868–1932) wandte sich neben seinem Interesse für das Theater- und Musikgeschehen seiner Zeit besonders der Landschaft zu, die er in flüchtigen, atmosphärischen Darstellungen festhielt. Alle drei Künstler waren nicht nur von ihren Reisen und Landaufenthalten, sondern auch von dem pulsierenden Berliner Leben maßgeblich geprägt.

    Etwa 100 Werke der bahnbrechenden Maler aus 25 deutschen Museen und Privatsammlungen waren in der Kunsthalle Jesuitenkirche versammelt und boten einen einmaligen Einblick in das Schaffen der drei bedeutendsten deutschen Impressionisten.

  • Gisèle Freund - Fotografie

    5. November 2011 - 1. Janauar 2012

    Gisèle Freund gehört zu den wichtigsten Fotografinnen und Fototheoretikerinnen ihrer Zeit. Die 1908 geborene Künstlerin ist vor allem aufgrund ihrer Porträtaufnahmen bedeutender Zeitgenossen des 20. Jahrhunderts bekannt geworden. Sensible Fotoserien von Schriftstellern wie Simone de Beauvoir, James Joyce und Virginia Woolf, Philosophen wie Jean-Paul Sartre und Künstlern wie Marcel Duchamp und Frida Kahlo verliehen ihr das Image einer „Porträtistin des Geistes“. Die schon früh politisch aktive Gisèle Freund kommentierte mit ihrer Kunst jedoch auch kritisch die Ereignisse ihrer Zeit und verursachte etwa mit ihrer Reportage über Evita Peron 1950 einen Skandal. Die Ausstellung zeigte die bedeutendsten Werke einer der großen Frauen des 20. Jahrhunderts. 

  • Dorothea Reese-Heim - OFFENE SYSTEME

    28. Mai bis 25. September 2011

    Die Münchner Künstlerin Dorothea Reese-Heim verzaubert den Betrachter mit Arbeiten aus Papier, Kunststoff, Metall und Textilien. Immer wieder erprobt sie neue Werkstoffe, aus denen sie fragile Gebilde mit bizarren Formen schafft, die durch ihre Grazilität und anmutende Leichtigkeit bestechen.

    Der Titel der Ausstellung, „OFFENE SYSTEME“, betont die Spannung, mit der sich die Arbeiten zum einen als eigenständige Raumkörper behaupten, sich jedoch zugleich dem Betrachter öffnen und ihn in ihren ganz eigenen Bann ziehen. Die Werke, die dem Titel der Ausstellung Rechnung tragen und ihm zugleich widersprechen, sind die „Geschlossenen Systeme“.

    Ein weiterer wichtiger Komplex im umfangreichen Oeuvre von Reese-Heim sind die Arbeiten aus Papier. Seit 1981 setzt sich die Künstlerin mit diesem Werkstoff auseinander, entwickelt einen ganz persönlichen Umgang zu diesem uralten Material, dessen Möglichkeiten sie immer wieder auslotet.

    Dorothea Reese-Heim, die im April letzten Jahres als erste Frau zur Präsidentin der Münchner Secession gewählt wurde, zeigt ihr Werk lieber, als dass sie darüber redet. Der Betrachter muss sich auf die exotisch wirkenden, teils rätselhaften Objekte selbst einlassen, um den Dialog des Objekts mit dem Raum, die verschiedenen Vernetzungen, die Variationen der Muster und Linienüberschneidungen zu entdecken. 
    Der hohe und weite Kirchnerraum der Kunsthalle Jesuitenkirche bietet den Installationen, Objekten und Zeichnungen von Dorothea Reese-Heim dabei ein eindrucksvolles Umfeld, welches sie in ihrer Inszenierung noch steigert.

  • Markus Lüpertz - Sagenhaft

    26. Februar – 8. Mai 2011

    Markus Lüpertz gilt als ein „Malerfürst“ unserer Zeit. Die Kunsthalle Jesuitenkirche zeigt anlässlich seines 70. Geburtstages eine Auswahl seiner Zeichnungen, Graphiken und Skulpturen.

    Der umstrittene Künstler, der bis 2009 mit der Kunstakademie Düsseldorf eine der einflussreichsten Kunstschulen Deutschlands leitete, ist besonders mit seiner „dithyrambischen“ Malerei in den 1960er Jahren bekannt geworden. Seitdem bricht sich seine ungebremste Kreativität Bahn in großformatiger Malerei, Zeichnungen und einem beeindruckenden plastischen Werk. Ergänzt und dialogisch fortgeführt werden die häufig mythologischen Themen in zahlreichen farbigen Lithographien und Radierungen.

    In mannshohen Holzschnitten etwa setzt Lüpertz auf die große Form und den plakativen Einsatz großer farbiger Flächen. Einen Kontrast dazu bilden filigrane Radierungen, in denen er sich, wie in der Spanischen Serie, mit der Vergänglichkeit auseinandersetzt oder konzentrierte Serien von Köpfen oder Diamanten schafft. Einige Kaltnadelradierungen und Heliogravüren hingegen nähern sich in der Ästhetik seinen spontanen Zeichnungen an.

    Die Ausstellung in der Kunsthalle Jesuitenkirche zeigt den Maler Markus Lüpertz bewusst nicht in seinem malerischen Werk. Im Mittelpunkt stehen stattdessen die begleitenden und das malerische Hauptwerk umspielenden Gattungen. So zeigt sich, wie er die Themen seiner Malerei und Skulptur mit allen ihm zur Verfügung stehenden künstlerischen Mitteln durchdringt, wie Zeichnung, Skulptur und Druckgraphik ein Wechselspiel eingehen, das verschiedenste Aspekte eines gestalterischen Gedankens umkreist. Die Ausstellung bietet damit einen tiefen Einblick in das kreative Schaffen eines inspirierten Künstlers und unermüdlichen Arbeiters.

  • Hans Schork: Lichtwege – Zeiträume

    11. Dezember 2010 - 6. Februar 2011

    Der Münchener Künstler Hans Schork hat mit seinen Lichtkästen einen ganz eigenen Beitrag zur Lichtkunst des 20. Jahrhunderts geleistet. Bereits 1967 schuf Schork sein erstes lichtkinetisches Objekt; mit Bewegung und Licht machte er, wie viele andere Künstler der Zeit, eigentlich Immaterielles zum künstlerischen Material. Das Ergebnis seiner Experimente sind die von ihm selbst so genannten „Kastln“: Flache Kästen aus schwarzem Acrylglas, auf deren Oberfläche sich ein faszinierendes Lichtspiel verfolgen lässt: Lichtpunkte wandern über die Fläche, verdichten sich zu Linien und Lichtgarben, verschwinden und blitzen wieder auf. Mal scheinen sie geometrischen Mustern zu folgen, mal erzeugen sie ein scheinbares Chaos, das jedoch – wie der Sternenhimmel – seine eigene Ordnung hat.

    Das sich stetig wandelnde Lichtbild entfaltet eine suggestive Wirkung, die den Betrachter zum Innehalten bewegt. Vielfältige Assoziationen stellen sich ein: an eine in der Ferne liegende Stadt oder an den Sternenhimmel, in dessen Unendlichkeit das Auge versinkt. Die Wirkung der Arbeiten ist meditativ, ja spirituell – ein Aspekt, den Schork betonte, wenn er die Apsis der Kunsthalle Jesuitenkirche mit einem großen Werk in Triptychonform bespielte.

    In der dunklen Jahreszeit gab die Ausstellung in der Kunsthalle Jesuitenkirche dem Besucher die Gelegenheit, innezuhalten und sich vom Spiel des Lichts verzaubern zu lassen. Zu entdecken waren Arbeiten Hans Schorks aus vier Jahrzehnten: vom ersten lichtkinetischen Experiment "Anfangen, wie es anfing" bis hin zu ganz neuen Werken. Skizzenbücher und Konstruktionszeichnungen gaben Aufschluss über den Entstehungsprozess der geheimnisvollen Objekte. Ergänzt wurde die Ausstellung mit farbigen „Lichtmalereien“ und „Lichtzeichnungen“, Fotografien, in denen Schork zufällig beobachtete Lichtphänomene in Langzeitbelichtung fotografisch festhielt.

  • "Entdeckte Moderne" Vom expressionistischen Aufbruch zur NS-Verfemung – Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider

    11. September – 21. November 2010

    Die Sammlung Gerhard Schneider ist eine der profiliertesten Sammlungen verfemter Kunst 
    in Deutschland. Ihre besondere Bedeutung liegt in der Wiederentdeckung von Künstlerinnen und Künstlern insbesondere der zweiten Expressionisten-Generation, deren Werk durch die katastrophalen Zeitläufte des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit geriet: In zwei Weltkriegen verloren Viele Gesundheit und Leben, und die meisten von ihnen wurden von den Nazis als „entartet“ geächtet. Sie malten trotz Gefangenschaft und Exil, trotz Mal- und Ausstellungs- verbot im Verborgenen; nicht wenige verloren große Teile ihres bisherigen Schaffens im Bombenhagel. Nach dem Zweiten Weltkrieg gerieten die überwiegend expressiv-gegenständlich arbeitenden Künstler durch das Vorherrschen der abstrakten Malerei aus dem Fokus.

    In einer Auswahl von Gemälden und Graphiken aus der Sammlung Gerhard Schneider ermöglichte die Ausstellung in der Kunsthalle Jesuitenkirche die Begegnung mit diesen zu Unrecht Verkannten und ihrer von Spielarten des Expressionismus und Kubismus geprägten Bildsprache. Jeder der vertretenen Künstler reagierte auf seine Weise auf die Widerstände und Traumata der Zeit; ein besonderer Schwerpunkt der Sammlung lag auf Gemälden und Graphiken zur Zeitgeschichte, in denen die Künstler Ungerechtigkeit anprangern und Erlittenes verarbeiten. So entfaltete sich zugleich ein Zeitpanorama der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

  • Sinnlichkeit – Gefäße, Skulpturen, Zeichnungen: Andrea Müller und Helmut Massenkeil

    1. Mai  – 18. Juli 2010

    Die Keramikerin Andrea Müller und der Bildhauer Helmut Massenkeil lernten sich bereits während ihres Studiums der Bildhauerei an der Wiesbadener Hochschule für Gestaltung kennen. Seitdem treibt sie ein gemeinsames künstlerisches Anliegen um: die Spannung und das Gleichgewicht der skulpturalen Form herauszuarbeíten, Oberflächen lebendig zu gestalten, nicht zuletzt unsere Lebenswelt durch Schönheit und ästhetische Erfahrung zu bereichern. 
    Andrea Müllers Gefäße und Objekte laden direkt dazu ein, Kunst in den Alltag zu integrieren, und Helmut Massenkeils Plastiken sensibilisieren immer wieder neu für Raumerleben. 
    So unterschiedlich die Werke beider Künstler auch sind: Sie kitzeln die Sinne, sie fordern zum genauen und genießenden Schauen heraus.

    Seit 1980 leben Andrea Müller und Helmut Massenkeil in Aschaffenburg. Ihre künstlerische Arbeit ist fast täglich in ihren Galerieräumen für Besucher zugänglich, und Helmut Massenkeil hat das Bild der Stadt auch durch seine Arbeiten im öffentlichen Raum geprägt. 2006 erhielten beide in Anerkennung ihrer Arbeit den Kulturpreis der Stadt Aschaffenburg. 

  • Daniel Spoerri "Von den Fallenbildern zu den Prillwitzer Idolen"

    23. Januar – 11. April 2010

    Die Kunsthalle Jesuitenkirche präsentierte einen der bedeutendsten internationalen Künstler im Jahr seines 80. Geburtstages mit einer eigens für den profanisierten Sakralbau konzipierten Ausstellung, die exklusiv nur in Aschaffenburg zu sehen war.

    Daniel Spoerris internationale Reputation geht vor allem auf seine erstmals in den 1960er Jahren entstanden so genannten „Fallenbilder“ zurück. Damit entwickelte er ein eigenes Bildgenre: Zufällig gefundene Gegenstände gleich jedweder Situation werden genau dort, wo sie sich befinden, auf ihrer Unterlage befestigt. Verändert wird nur ihre Lage im Verhältnis zum Betrachter: Das Resultat wird zum Bild erklärt – Horizontales wird Vertikales. Ein Beispiel: Die Reste des Frühstücks werden auf dem Tisch befestigt und mit dem Tisch an der Wand aufgehängt. Neben diesen längst zur Kunstgeschichte gewordenen Arbeiten wurden unter anderem auch großformatige Bronzeplastiken, die so genannten „Prillwitzer Idole“, gezeigt.

    Daniel Spoerri machte nicht nur mit seinen Bildern von sich reden, sondern auch durch unterschiedlichste Aktionen und Projekte. Als Professor organisierte er Ausstellungen und Bankette. „Eat Art“ – die Auseinandersetzung mit einer der Grundlagen des menschlichen Lebens –ist ein wichtiger Teil seiner Arbeit. Im Rahmen seiner Beschäftigung mit der Ernährung, dem Essbaren und seiner Zubereitung entstand auch eine Serie von „Brotteigobjekten“: Brotteig wird mit diversen Objekten im Ofen gebacken und quillt aus Bügeleisen, Traktorsitzen, Schreibmaschinen.

    Die Ausstellung wurde begleitet von einem Katalog mit Textbeiträgen von Christiane Ladleif, Belinda Grace Gardner, Daniel Spoerri, Hela Baudis. Der Katalog umfasst 96 Seiten mit 78 farbigen und 2 schwarz-weißen Abbildungen zum Preis von 19,- €.

  • Volker Stelzmann - Konspirationen

    26. September 2009 bis 10. Januar 2010

    Der 1940 in Dresden geborene Künstler entschied sich 1986 in der Bundesrepublik Deutschland zu bleiben und lehrte bereits zwei Jahre später als Professor an der Hochschule der Künste in West-Berlin. In einem Jahrhundert voller Ismen und Avantgarden ist es schwierig, eine gegenständlich-figurative Position zu vertreten und zu bewahren. Stelzmann gelingt dies in hohem Maße.

    Hauptthema des malerischen und grafischen Schaffens von Volker Stelzmann ist der Mensch, dessen Befindlichkeit er im Kontext aller Lebensprozesse immer wieder neu auslotet. Seine Arbeiten bestechen als sachlich-realistische, stimmungs- und bedeutungsvolle Malerei mit gesellschaftspolitischem Hintergrund, wie wir sie von Otto Dix, Christian Schad und George Grosz kennen. Ein Leitmotiv ist das mehrfigurige Tafelbild, das die Vereinzelung und Vereinsamung, das Einzelkämpfertum der Menschen in der Gesellschaft thematisiert.

    Seine Tafelbilder faszinieren: In der Formensprache klar, steht er in der Tradition der Neuen Sachlichkeit; wesentliche Einflüsse bekam er auch aus Werken des italienischen Manierismus.

    Die Ausstellung begleitete ein Katalog mit Textbeiträgen von Eduard Beaucamp, Christiane Ladleif und Dieter Ronte zum Preis von 19,00 €

  • Positionen der Klassischen Moderne - Die Sammlung Bunte

    30. Mai - 6. September 2009

    Die Ausstellung zeigte eine etwa 150 Gemälde und Papierarbeiten umfassende Auswahl der nord-deutschen Sammlung Bunte. Die zwischen 1890 und 1930 entstandenen Arbeiten spiegelten in vielgestaltiger und überzeugender Weise die Umbruchsphase der Kunstgeschichte am Anfang des 20. Jahrhunderts wider und reichten von realistisch-impressionistischer Pleinairmalerei bis zum Expressionismus.

    Im Zentrum der Ausstellung stand Adolf Hölzel, ab 1905 Professor an der Stuttgarter Kunstakademie,
    der sich – beginnend mit dem Realismus und der Freilichtmalerei in Dachau – wenig später vom Gegenstand löst und zeitgleich mit Kandinsky in die Abstraktion vordringt. In der Ausstellung war eine größere Anzahl von Hölzel-Schülern vertreten, von denen Oskar Schlemmer und Johannes Itten später am Bauhaus lehrten und Willi Baumeister zu einem Wortführer der ungegenständlichen Malerei in Deutschland wurde.

    Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bildete eine größere Gruppe von Arbeiten des im Ersten Weltkrieg gefallenen Hölzel-Schülers Hermann Stenner. Seine Werke gaben einen Einblick in die außergewöhnliche Kreativität und die rasante Entwicklung dieses jungen Malers, der sehr früh zu seiner künstlerischen Reife fand und als Resultat von nur fünf Jahren künstlerischem Schaffen ein beeindruckendes Œuvre hinterließ.

  • Ortswechsel - Werkschau der Aschaffenburger Künstler

    5. bis 26. August 2009

    Die jährliche Werkschau des BBK (Berufsverband der Bildenden Künstler) Aschaffenburg fand erstmals im Sommer und im Arkadenhof der Kunsthalle Jesuitenkirche und der angrenzenden Aula der Fachoberschule in der Pfaffengasse  statt.

    Die Teilnehmer der Ausstellung waren: Wolfram Eder, Konrad Franz, Reiner und Jil Fugger, Christoph Jakob, Werner Kiesel, Edeltraud Klement, Irmtraud Klug-Berninger, Marianne Knebel, Günter Kürbis, Bernd Liebisch, Frank Luther, Helena Papantonioy, Siegfried Rischar, Gerrit Soltau, Gunter Ullrich.

    Mit Ortwechsel assoziiert man einen Umzug oder Reiseerlebnisse. Einige der Künstler nahmen es wörtlich, Reiner und Jil Fugger nutzen ihre jüngste New York-Reise. Ihre dort geschaffenen Zeichnungen, Foto- und Videoarbeiten zeigten, welche Inspirationen sie in der Kunst-Metropole hatten. Den Bildhauern bot die besondere Architektur der Kunsthalle und des Arkadenhofs neue Perspektiven. Konrad Franz ließ seine Spaltskulptur „Der Tanz“ im Dialog mit dem gedrehten Dachreiter der Kirche tanzen  – großformatige und schwerere Objekte fanden im Hof und unter den Arkaden ihren Platz .
     
    Ortswechsel bedeutet immer auch Veränderung. Neues auf das man sich einlassen kann. Das Publikaum war begeistert, wie die Künstler die Chancen und speziellen Bedingungen dieses neuen Ausstellungsortes nutzten.
  • "geschenkt, gekauft, gestiftet" - Neuerwerbungen für die Aschaffenburger Museen

    13. März bis 19. April 2009

    Aus aktuellem Anlass des Ankaufs von 70 Werken des Aschaffenburger Malers und Graphikers Anton Bruder (1898 - 1983) fand in der Kunsthalle Jesuitenkirche eine Erwerbungsausstellung statt. Alle Abteilungen der Museen zeigten, was sie in den letzten Jahren für die Sammlungen erworben haben.

    Was sammeln eigentlich die Museen der Stadt?
    "Vom Fotoalbum des Fabrikanten, Künstlers und Mäzens Anton Gentil über einen Herd der Eisengießerei Koloseus bis zum Ölgemälde Elisabeths Derings und einer Bildserie Friedemann Hahns...":
    Am Beispiel von ausgewählten Werken, Objekten und Kunstgegenständen bot sich dem  Besuchern die einmalige Gelegenheit, sich ein Bild zu machen von den gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben der Aschaffenburger Museen.

    Eine Ausstellung mit "Werkstattcharakter" und ein Blick "hinter die Kulissen"

    • Schenkungen dokumentierten das bürgerschaftliche Engagement
    • Kultur und Geschichte der Region wurden anhand bisher nie gezeigter Exponate dargestellt
    • Zahlreiche Aschaffenburger Künstler und Künstlerinnen waren mit aktuellen Arbeiten vertreten.

    Wer macht was im Museum?
    Die Konservatoren der Museen stellten ihre Arbeit und die Wege vor, wie sie Kunstwerke und Sachzeugnisse für die Sammlungen ausfindig machen.

    Kinderaktion "Was sammelt Ihr? —  Stellt es doch einmal im Museum aus!"
    Kinder sammeln gerne, ob Steine, Überrschaungseifiguren, Modellautos, ... oder was auch immer.
    Das Museum eröffnete den jungen Sammlern die Möglichkeit, ihre "Schätze" ins Museum zu bringen und auszustellen. In Zusammenarbeit mit dem "Main-Echo" und dem Museumspädagogischen Dienst / Führungsnetz wurde die Aktion umgesetzt.

  • Expressionismus - Auftakt zur Moderne in der Natur

    6. Dezember 2008 bis 1. März 2009

    Die Ausstellung stellte das Highlight des Museumsprogramms 2008/09 dar. Die vom Landesmuseum Oldenburg übernommene Schau präsentierte 140 hochkarätige Werke der berühmten Künstlergruppe „Brücke“. Der in Aschaffenburg geborene Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) stand als zentrale Persönlichkeit des deutschen Expressionismus im Mittelpunkt der Präsentation. Zusammen mit den Architektur- und Kunststudenten Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl gründete er 1905 die Künstlergemeinschaft, deren Mitglieder sich „als Jugend, die die Zukunft trägt“ sahen. Einige der wichtigsten und heute berühmtesten Künstler der Zeit schlossen sich der „Brücke“ an: Otto Mueller, Max Pechstein, Emil Nolde.

    Die Ausstellung vermittelte mit Werken der Malerei, Graphik und Skulptur einen einzigartigen Einblick in die grundlegend neue Sicht der Expressionisten: Die Erscheinung der Natur wie auch die Gestalt und emotionale Verfasstheit des Menschen verwiesen auf bedeutende Aspekte der Malerei der Moderne.

    Dem Werk Ernst Ludwig Kirchners wurde in seiner Geburtsstadt Aschaffenburg anlässlich seines
    70. Todestages ein besonderes Augenmerk gewidmet.  Am 15. Juni 1938 nahm sich Kirchner im Alter von 58 Jahren das Leben. Vermutlich dazu beigetragen hat auch, dass die Nationalsozialisten 639 seiner Werke aus öffentlichen Museen als „entartet“ beschlagnahmt hatten. Das im Jahr 2007 für das Landesmuseum Oldenburg mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder zurück erworbene Gemälde „Knabe mit Vogel“ erzählte unter anderem von dieser Geschichte.

    Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung lag auf der Landschaft Frankens und der Stadt und Region Aschaffenburgs aus dem Blickwinkel der „Brücke-Künstler“: 1905 schufen Erich Heckel und Fritz Bleyl Werke nach Motiven, die sie bei einer Reise durch Franken entdeckten. So entstanden zunächst Grafiken und später Gemälde, die Eindrücke aus Aschaffenburg, Amorbach und Würzburg verarbeiteten.

  • Günther Uecker - Works on paper

    30. August bis 16. November 2008

    Die Ausstellung bildete eine eigens für den profanisierten Sakralraum der Kunsthalle Jesuitenkirche von Günther Uecker konzipierte Präsentation. Erstmalig wurden großformatige Nagelvorrichtungen mit dem Endprodukt, seinem graphischen Werk, konfrontiert – Papierarbeiten, die in einer akzentuierten Auswahl präsentiert wurden und vermutlich von Ueckers künstlerischer Arbeit einen noch weitgehend unbekannten Teil seines Œuvres darstellten.

    In den Papierarbeiten – neben den Holzschnitten und Zeichnungen, die Prägedrucke, Aquarelle, Lithographien, Radierungen, collagierten Sandzeichnungen und übermalten Fotos – fanden sich dabei immer wieder ganz eigene überraschende Bildvorstellungen.

    Der am 13. März 1930 im mecklenburgischen Wendorf geborene Künstler war unter anderem in den Jahren von 1955 bis 1958 Schüler von Otto Pankok an der Kunstakademie in Düsseldorf. Bereits 1957 begann Uecker seiner Kunst mit Nägeln Ausdruck zu verleihen.

  • Albert Renger-Patzsch: Fotografien

    Ausstellung anlässlich seines 111. Geburtstages

    14. Juni bis 10. August 2008

    Erstmalig widmet sich eine Präsentation der Kunsthalle Jesuitenkirche dem Medium Fotografie in der Kunst, eingebunden in die 9. Aschaffenburger Kulturtage, die dem Thema "Main" gewidmet sind. Die Fotografien umkreisen eine andere Flusslandschaft: die bedeutendste Industrieregion Deutschlands, die von Rhein und Ruhr.

    Der in Würzburg geborene Künstler entwickelte in den 1920er Jahren einen direkten, sachbezogenen Aufnahmestil. Sein 1928 erschienenes Werk "Die Welt ist schön" wurde zur Grundlage der modernen Fotografie. Die einzelnen Sujets sind meist aus dem Kontext gelöst und in knappen Ausschnitten wiedergegeben. Der Blick des Betrachters wird so auf die Oberfläche, Struktur und Form des abgebildeten Objekts gelenkt. Die Bilder wirken puristisch und faszinieren ob ihrer Einfachheit und Klarheit.

  • Henri de Toulouse-Lautrec und die Stars vom Montmartre

    15. März bis 25. Mai 2008

    Toulouse-Lautrec wurde mit seinem künstlerischen Werk zu einem der Wegbereiter der Kunst des 20. Jahrhunderts.

    Das gesamte graphische Werk von Toulouse-Lautrec entstand am Ende seines Lebens. Innerhalb von nur einem Jahrzehnt schuf der aus dem französischen Hochadel stammende Künstler über 300 meist farbige Steindrucke. Seine von japanischen Holzschnitten inspirierten Farblithographien wurden mit ihren starken Kontrasten und der Verbindung von Schrift und Bild stilistisch zum Ausgangspunkt der modernen Druckgraphik.

    In der Ausstellung wurden den Arbeiten Toulouse-Lautrecs Plakate und Bücher solch berühmter Zeitgenossen wie Jules Chéret, Alfons Mucha, Théophile Alexandre Steinlen oder Pierre Bonnard gegenübergestellt.

  • Oskar Kokoschka - Bilder zur Weltliteratur

    1. Dezember 2007 bis 24. Februar 2008

    Oskar Kokoschka war nicht nur einer der größten Maler und Zeichner des Expressionismus, sondern auch ein Schriftsteller von hohem Rang. Sein von lebendigster Phantasie getragenes Verständnis der Literatur spiegelt sich in zahlreichen Einzelblättern und Zyklen zu Dramen, Epen, Erzählungen. Sie sind Zeichen der Identifikation des Künstlers mit den von ihm vor Augen geführten Gestalten der Dichtung. Die Ausstellung aus einer Hamburger Privatsammlung zeigte diese Arbeiten erstmals vollständig..

    Die Passion seiner scheiternden, ihn an die Todesgrenze bringenden Liebe zu Alma Mahler führte ihn zu Meisterwerken, die Kunstgeschichte machten. Während der zwanziger Jahre setzt er mit seinen Städtebildern Europa ein Denkmal.

    Die Ausstellung fand genau 100 Jahre nach der Niederschrift von Kokoschkas "Träumenden Knaben" statt. Kokoschka brachte Manuskript und Bilder am 4. Februar 1908 zur Wiener Werkstätte, das heißt er schrieb den Text im Spätherbst/Winter 1907/08.

  • Woldemar Winkler: Fundstücke eines Lebens (1902-2004)

    15. September bis 18. November 2007

    Das einen Zeitraum von über acht Jahrzehnten überspannende künstlerische Schaffen Woldemar Winklers ist das Werk eines Einzelgängers in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Dieses individuelle und höchst eigenwillige Œuvre entzieht sich vordergründigen Kategorisierungen ebenso wie gängigen kunsthistorischen Zuordnungen.

    Die äußere Wirklichkeit diente Winkler dabei nur als Anregung für seine Kunst, die aus dem Geist des Surrealismus lebt – eine Kunst, in der sich Äußeres und Inneres, Reales und Unbewusstes durchdringen. "[…] ich male, wie man träumt" - so charakterisierte der Künstler selbst einmal seine Arbeit.

  • Faszination Farbe: Der Maler Friedemann Hahn

    23. Juni bis 2. September 2007

    Die Ausstellung des international arrivierten Malers, der sich selbst als abstrakten Realisten bezeichnet, tauchte den profanisierten Sakralraum der Kunsthalle Jesuitenkirche in ein einzigartiges Farbenmeer seiner Bildwelt und war ein Beitrag zu den Aschaffenburger Kulturtagen 2007.

    Fragestellungen sind der immerwährende Motor seiner künstlerischen Entwicklung, so schreibt Friedemann Hahn: "Die ewig totgesagte Malerei, -. Warum sich darüber Gedanken machen? Andere Fragen bewegen mich heftiger: wie zu malen ist, was zu malen ist; die Bedeutung/Notwendigkeit einer Unter-, Übermalung; die Dicke der Farbe und die Dichte der Farbe. Wie berühren sich zwei Farben, wie gehen sie ineinander über? Welche Farben? Und immer wieder die Frage nach dem Motiv für eine Malerei.

  • Cranach im Exil. Aschaffenburg um 1540: Zuflucht - Schatzkammer - Residenz

    24. Februar bis 3. Juni 2007

    Lucas Cranach d. Ä. (1472 – 1553) zählt zweifellos zu den bedeutendsten und wirkungsvollsten Renaissancekünstlern. Er lebte in einer spannungsreichen Zeit, im Zentrum des politischen und ideellen Streits zwischen Kaiser, Kirche und Martin Luther. Sein größter Auftraggeber war Kardinal Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz, Magdeburg und Halberstadt, Kurfürst und Reichserzkanzler und damit mächtigster Kirchenfürst des Reiches. Er ließ bei Cranach den größten Gemäldezyklus der deutschen Kunstgeschichte fertigen – die Ausgestaltung der neuen Stiftskirche in Halle. 1541 musste Albrecht bei seiner Flucht vor der Reformation Halle verlassen. Dabei verbrachte er viele der Kunstwerke aus der Stiftskirche zu Halle ins "Exil" nach Aschaffenburg, wo sie sich heute noch befinden.

    Von den Altären aus Halle sind größtenteils nur Fragmente erhalten. Eine Ausnahme bildet der Magdalenen-Altar, der über zwei Jahrhunderte an verschiedenen Stellen verstreut erstmals wieder zusammengeführt werden konnte. Nach umfangreicher Restaurierung erstrahlte er als einer der größten Altäre des Stifts zu Halle in neuem Glanz. Er wurde als Prunkstück der Ausstellung "Cranach im Exil" in der Kunsthalle Jesuitenkirche präsentiert. Hier vermittelte die Inszenierung der Kunstwerke aus der Cranach-Werkstatt einen Eindruck von der Prachtentfaltung der Stiftskirche zu Halle in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der sagenumwobene, jetzt restaurierte und in der Kunsthalle Jesuitenkirche aufgestellte Margarethen-Schrein eröffnete neue Erkenntnisse über das "Hallesche Heiltum".

  • Der zerbrochene Spiegel - Ausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler Aschaffenburg im KunstLANDing

    28. April bis 27. Mai 2007

    Mit einer Sonderpräsentation von: Sigried Mahncke | Willibald Blum zu Ehren ihres 80. Geburtstages.

    Die Aschaffenburger Künstler beleuchteten in der Themenausstellung vor allem das Gefühl des Verlustes von Ganzheitlichkeit. Damit war die Brüchigkeit unserer Wahrnehmung sowie die mediale Vermittlung von Wahrheit unter anderem Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung. Dabei wurde auch an die kaleidoskopartigen Überlagerungen der schnell aufeinander folgenden Ereignisse gedacht, denen unser Auffassungsvermögen selektiv begegnet.

  • Figur! Plastik des 20. Jahrhunderts

    28. Oktober 2006 bis 28. Januar 2007

    Die Ausstellung vermittelte einen Einblick in eine einzigartige Sammlung internationaler Skulptur und Objektkunst des 20. Jahrhunderts, in der zahlreiche wichtige Künstler und Kunstrichtungen durch herausragende Werke vertreten waren.

    Die in Aschaffenburg gezeigte Auswahl legte ein besonderes Augenmerk auf das Thema der Figuration – begleitet von ausgewählten Zeichnungen, graphischen Blättern und Fotos.

    Eine exquisite Auswahl von Künstlern war zu sehen: Alexander Archipenko, Kenneth Armitage, Stephan Balkenhol, Ernst Barlach, Michael Croissant, Agenore Fabbri, Ernesto de Fiori, Bernhard Hoetger, Henri Laurens, Wilhelm Lehmbruck, Gerhard Marcks, Marino Marini, George Minne, Jean Miró, Henry Moore, Mario Negri, Otto Pankok, Pablo Picasso, Emy Roeder, Edwin Scharff, Gustav Seitz, Bernhard Schultze, Milly Steger, Hans Uhlmann, Timm Ulrichs, u. v. m.

  • John Bellany - Eine schottische Odyssee

    17. Juni bis 3. September 2006

    John Bellany wurde 1942 in Port Seton in Schottland geboren und gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Maler Schottlands. Selbst in einer Familie von Fischern und Hafenarbeitern groß geworden, erlangte er frühen Ruhm mit seinen schonungslos realistischen Darstellungen der Menschen des Hafen- und Fischermilieus seiner schottischen Heimat. Seine frühen Gemälde werden stilistisch mit Pieter Breughel in Verbindung gebracht, einige spätere scheinen in ihrer Komposition und Farbigkeit von Max Beckmann und Francis Bacon beeinflusst zu sein.

  • Nächtlicher Tag - Wilhelm Kohlhoff: Ein Maler des Expressionismus

    11. März bis 5. Juni 2006

    Der 1893 geborene Maler und Graphiker Wilhelm Kohlhoff war eine der zentralen Künstlerpersönlichkeiten im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts. Im Spannungsfeld zwischen Impressionismus und Expressionismus schuf er zwischen 1916 und 1930 ein charakteristisches Œuvre, das expressive Portraits, Figurenbildnisse, Landschaften und Stilleben umfasst.

    Seine farbkräftige Malerei und die spontan hingeworfenen Zeichnungen machten ihn binnen weniger Jahre zu einem der gefragtesten Künstler der Stadt.

    1937 wurde Kohlhoff ein Opfer der national-sozialistischen Aktion "Entartete Kunst". Nach dem Ende des 2. Weltkriegs zog sich Kohlhoff – wie viele andere Künstler der Zeit – in den ländlichen Raum zurück und erarbeitete ein umfangreiches Spätwerk. Wilhelm Kohlhoff starb 78-jährig in Schweinfurt.

  • Realität ...oder was?

    Julia Christe - Helena Papantonioy - Jo Zeh-Kosanke

    10. Dezember 2005 bis 26. Februar 2006

    Dem Thema "Realität" näherten sich die drei Künstlerinnen auf ganz unterschiedliche Weise und in jeweils verschiedenen Kunstgattungen. 

    Julia Christe bediente sich der Fotokunst, um surreal anmutende Bilder zu schaffen. Tragische und komische Aspekte lagen hier dicht beieinander. Absurde Situationen, die in der Art der Inszenierung geradezu malerische Qualitäten hatten.

    Helena Papantonioys Skulpturen sind verwurzelt in der Geschichte und wirkten dennoch "modern". Sie nahm eine stilisierte Form an, der sich das Naturvorbild unterordnete. Ein Hauptanliegen sah Helena Papantonioy darin, "komplexe Themen in extremer Intensität auszudrücken".

    Jo Zeh-Kosanke kreierte mit feinstem Pinselstrick technisch perfekte Gemälde, die sich verblüffender trompe-l’oeil Effekte bedienten; Bilder, die häufig weit über die sichtbare Realität hinausführten.

  • Gunter Ullrich: Ein Leben für die Kunst

    4. April bis 16. Mai 2005

    Mit dieser Ausstellung ehrte die Stadt Aschaffenburg ihren Kulturpreisträger Gunter Ullrich im Jahes seines 80. Geburtstages. Das vielfältige Œuvre umfasst neben Landschaftsdarstellungen auch Architekturveduten, Portraits, Tierdarstellungen, Stillleben und zeitgeschichtliche Themen. Der vor allem durch seine Mainfränkischen Landschaften bekannt gewordene Maler überraschte zudem durch experimentelle Collagen mit sozialkritischem Inhalt. In dieser großen Retroperspektive des umfangreichen Werkes wurde die einzigartige Innovationskraft des Künstlers insbesondere auf dem Gebiet der Graphik deutlich.

  • Marc Chagall - Radierungen und Farblithographien

    28. Mai bis 4. September 2005

    Marc Chagalls Graphik-Serien zählen zu den schönsten und bedeutendsten der europäischen Kunstgeschichte. Chagalls 1952 entstandene Farblithographien zu "Daphnis und Chloë" gelten als das bedeutendste Werk der Druckgraphik und als Höhepunkt seines Spätwerkes. In diesen 42 Blättern verbinden sich antike Architektur, mythische Gestalten und Motive mit einer poetischen, zartfühlenden, phantasievollen Märchenwelt.

    Chagalls Laufbahn als Graphiker begann 1922 in Berlin. Die Radierung und wenig später die Farblithographie eröffnete Chagall neue künstlerische Möglichkeiten. Seinen ersten größeren Auftrag, an dem er von 1923 bis 1927 arbeitete, erhielt Chagall von Ambroise Vollard, der ihn bat, Nikolai Gogols "Tote Seelen" zu illustrieren. Chagall kannte die Welt des ländlichen Russlands und setzte sie originell und äußerst humoristisch um. Die 107 Radierungen wurden erst 1948 in Paris von dem Verleger Triade veröffentlicht.

  • Meret Oppenheim - Pelziges und andere "Kleinigkeiten"

    17. September bis 4. Dezember 2005

    Meret Oppenheim war eine der ungewöhnlichsten Frauen und zugleich eine der eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie hat sich als Einzelgängerin nie auf nur einen Stil festlegen lassen – auch wenn immer wieder der Versuch unternommen wird, ihr vielfältiges und breit gefächertes, aber nicht beliebiges Œuvre dem Surrealismus zuzuordnen.

    Frühen Ruhm erlangte sie durch das legendäre "Déjeuner en fourrure" von 1936, eine mit Pelz überzogene Tasse, die gleich bei der ersten Ausstellung in der Pariser Galerie Cahiers d’Art von Alfred Barr für das Museum of Modern Art in New York angekauft wurde. Diese Pelztasse – obwohl nicht ihr wichtigstes Werk – wurde zum Symbol des Surrealismus. Mit ihren Freunden Max Ernst, Marcel Duchamp, André Breton, Francis Picabia, Alberto Giacometti, Hans Arp und Man Ray verbindet Meret Oppenheim der freie Umgang mit den Materialien und der ungewöhnliche Aspekt, den sie durch Verfremdung dem Alltäglichen abgewannen.

  • Hanna Jäger - Licht im Dunkeln

    11. Dezember 2004 bis 30. Januar 2005

    Die in Norddeutschland lebende Künstlerin Hanna Jäger setzte den profanisierten Sakralraum der Kunsthalle Jesuitenkirche zur Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel hinaus mit ihren Lichtinstallationen "in Szene".

    Bei Hanna Jäger wirbelten Lichtfontänen in wechselnden Farben durch Glasfasern, wild gebogene Glasröhren waren die Heimstatt von Lichtsäulen – es entstand der Eindruck, als könne man die körperlose Masse "Licht" mit Händen greifen.